Mandanten konfigurieren
Auf der Seite Plattformbasis konfigurieren wurden Identität, Domain, Präfix und Mailserver jedes Mandanten angelegt. In diesem Schritt werden unter dem jeweiligen Eintrag die benötigten Datenpfade und Anwendungen ergänzt und konfiguriert.
Verwenden Sie dafür immer die vollständigen Komponentenblöcke aus dem default_inventory.yml des ausgewählten Releases. Die Beispiele auf dieser Seite erklären die entscheidenden Felder, ersetzen aber nicht die versionsgebundene Vorlage.
Die globalen Werte des Inventory werden auf den Fachseiten unter Plattformbasis konfigurieren beschrieben. Auf dieser Seite stehen ausschließlich die mandantenbezogenen Komponenten und ihre Konfiguration im Mittelpunkt.
Grundprinzip
Ein Komponentenblock liegt immer innerhalb des betreffenden Listeneintrags:
inv_tenants:
- tenant_realm: "stadt"
display_name: "Stadt Beispiel"
tenant_domain: "platform.example.org"
tenant_prefix: "stadt"
hypersensus_domain: "portal.platform.example.org"
mailserver:
user: "{{ inv_email.user }}"
password: "{{ inv_email.password }}"
server: "{{ inv_email.server }}"
port: "{{ inv_email.port }}"
email_from: "{{ inv_email.email_from }}"
idm:
enable: true
timescale:
enable: true
# ... Komponentenkonfiguration ...
stellio:
enable: true
# ... Komponentenkonfiguration ...
| Feld | Bedeutung | Erwarteter Wert |
|---|---|---|
tenant_realm | stabiler Name des Keycloak-Realm und fachliche Mandantenkennung | eindeutiger Realm-Name ohne URL |
display_name | lesbarer Anzeigename in gemeinsamen Oberflächen | offizieller Name des Mandanten |
tenant_domain | Basisdomain der mandantenbezogenen Endpunkte | Hostname ohne https:// und Pfad |
tenant_prefix | Präfix der Kubernetes-Namespaces und technischen Ressourcen | kurze, eindeutige und dauerhaft stabile Kennung |
hypersensus_domain | optional abweichender HYPERSENSUS-Hostname dieses Mandanten | Hostname ohne Protokoll; Feld weglassen oder leer lassen, um tenant_domain zu verwenden |
mailserver.* | Mailkonto dieses Mandanten | im Standard die fünf Werte aus inv_email; nur bei einem eigenen Mandantenkonto abweichend setzen |
Ein direkt unter einer Komponente stehendes enable nimmt diese Komponente in den Rollout auf oder überspringt sie. Das spätere Umschalten auf false deinstalliert keine bereits vorhandenen Ressourcen.
enable_logical_backup wirkt dagegen immer auf den Datenbank-Cluster der jeweiligen Komponente. Alle so aktivierten logischen Backups verwenden gemeinsam das unter inv_op_stack.postgres_operator.logical_backup konfigurierte globale S3-Ziel des PostgreSQL-Operators. Richten Sie dieses Ziel vollständig ein, bevor Sie den Schalter bei PostgreSQL, Stellio, FROST, Superset, CKAN oder der Geo-Datenbank aktivieren.
Komponenten konfigurieren
Wählen Sie zunächst den Aufgabenbereich, den der Mandant tatsächlich benötigt. Die Kategorie-Seiten zeigen nur die dazugehörigen Komponenten mit ihren Inventory-Ausschnitten, Parametern und direkten Voraussetzungen. Dadurch bleibt die Auswahl getrennt von der globalen Plattformbasis und von nicht benötigten Komponenten.
Identität und Zugänge
Realm, Konten und Rollen für den Mandanten bereitstellen.
Keycloak-Mandant
API-Zugang
Geschützte Zugänge zu den bereitgestellten Schnittstellen konfigurieren.
Apache APISIX
Datenhaltung
Strukturierte Daten, Zeitreihen und Objekte dauerhaft speichern.
PostgreSQL · MinIO
Kontext und IoT
Kontextdaten, Sensorwerte und ihre Historisierung bereitstellen.
Stellio · QuantumLeap · Context Hoster · FROST-Server
Datenflüsse
Datenquellen anbinden und Verarbeitungsschritte automatisieren.
Node-RED
Dashboards und Analysen
Daten auswerten und für Fachanwender:innen sichtbar machen.
Grafana · Smart City Dashboard · Superset
Geodaten
Geoportale, Karten, Geodienste und Druckausgaben konfigurieren.
GeoStack · Masterportal · Geoportal-Backend · GeoServer · MapFish Print
Datenkatalog
Datenbestände katalogisieren und für die Suche bereitstellen.
CKAN
Datenbankadministration
Einen freigegebenen administrativen Zugang zur Datenbank einrichten.
pgAdmin
Dokumentation
Eine mandantenbezogene Dokumentationsoberfläche bereitstellen.
Docusaurus
Backups
Zusätzliche Sicherungszeitpläne für den Mandanten festlegen.
Velero-Schedules
Alarmierung
Hinweise zu Sensor-Anomalien für den Mandanten aktivieren.
Sensor-Anomalie-Alerting
Nicht für Neuinstallationen verwenden
Das Repository enthält weiterhin Legacy-Pfade für:
- Orion Context Broker unter
fiware.enable - Gravitee API Management unter
apim.enable
Diese Pfade dienen bestehenden Installationen und Migrationen. Für neue Plattformen sind Stellio und APISIX vorgesehen. Aktivieren Sie Legacy- und Zielpfad nicht parallel, sofern dies nicht ausdrücklich in einem Migrationskonzept vorgesehen ist.
Damit auch diese im Default-Inventory enthaltenen Felder vollständig nachvollziehbar bleiben, zeigt die folgende Referenz ihren Aufbau:
fiware:
enable: false
mongo:
initdb_database: "orion"
initdb_root_username: "<secret>"
initdb_root_password: "<secret>"
orion:
mongodb_user: "<secret>"
mongodb_password: "<secret>"
apim:
enable: false
| Feld | Bedeutung | Verwendung |
|---|---|---|
fiware.enable | aktiviert den bestehenden Orion-/MongoDB-Pfad | nur für Bestandsinstallationen und geplante Migrationen |
fiware.mongo.initdb_database | initiale MongoDB-Datenbank von Orion | stabiler Datenbankname |
fiware.mongo.initdb_root_username / initdb_root_password | initialer administrativer MongoDB-Zugang | Secrets |
fiware.orion.mongodb_user / mongodb_password | Anwendungszugang von Orion zur MongoDB | getrennte Secrets |
apim.enable | aktiviert den bestehenden Gravitee-Pfad | nur für Bestandsinstallationen und geplante Migrationen |
Vor dem Rollout prüfen
- Jeder aktivierte Komponentenblock stammt aus dem
default_inventory.ymldes verwendeten Releases. - Secrets, Imagezugänge, Domains und Storagewerte sind vollständig gepflegt.
- Benötigte Operatoren und globale Plattformdienste sind aktiviert.
- Nicht benötigte Standardkomponenten wurden bewusst deaktiviert.
- Das Inventory wurde wie unter Inventory validieren beschrieben geprüft.
Der vollständige Erst-Rollout und die Ansible-Tags für spätere selektive Runs werden im nächsten Schritt unter Plattform ausrollen beschrieben.